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Peter Klasen Lithografie signiert, Neue Figuration, narrativ, industriell, Kunst
€350,00
Angebotspreis
€350,00
Normaler Preis
€350,00
Echtheit
Original
Typ
Lithographie
Trägermaterial
Auf Papier, Velin
Stil
1980
Thema
Figürlich
Peter Klasen
Lithographie, unten rechts signiert
Als HC gerechtfertigt
Format: 77 x 56 cm
Perfekter Zustand
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Über den Künstler…
Peter Klasen, geboren 1935 in Lübeck, Deutschland, ist ein bedeutender Künstler der europäischen Nachkriegszeit. Als Maler, Fotograf und Bildhauer ließ er sich 1959 in Paris nieder – eine strategische Verlagerung mehr als ein bloßes geografisches Exil: Paris wurde für ihn zu einem kritischen Labor, in dem er die Moderne, ihre Versprechen und ihre Abwege beobachten konnte. Seine Kindheit war geprägt vom Zweiten Weltkrieg, der Zerstörung seiner Heimatstadt und der Abwesenheit des Vaters; dieser Kontext etablierte schon früh eine klare, fast klinische Sicht auf die industrielle Welt und ihre Kontrollsysteme.
In Berlin in grafischen Techniken ausgebildet und geprägt vom Erbe des Bauhauses, des deutschen Expressionismus und des Dadaismus, entwickelte Klasen eine rigorose, direkte visuelle Sprache ohne unnötige Affekte. Sein Werk ist fest in der Nouvelle Figuration und genauer der Figuration Narrative verankert, einer europäischen Bewegung der 1960er Jahre, die sich der dominierenden Abstraktion und der als zu gefällig empfundenen amerikanischen Pop Art widersetzte. Wo Pop das Bild feiert, seziert Klasen es. Er greift auf Werbung, industrielle Bilder, Film und Massenmedien zurück, um deren symbolische Gewalt aufzudecken.
Seine Ikonografie ist sofort erkennbar: Metalltüren, Vorhängeschlösser, Rohre, Manometer, Verkehrsschilder, kalte Oberflächen, denen er fragmentierte Körper, oft weiblich, isoliert, ausgeschnitten, fast mechanisiert, zuordnet. Der Körper wird zu einem Objekt unter vielen, denselben Logiken unterworfen wie die Maschine oder das Produkt. Diese Konfrontation schafft eine permanente Spannung zwischen Verlangen und Gefangenschaft, Sinnlichkeit und Kontrolle, Menschlichkeit und System. Klasen erzählt keine anekdotischen Geschichten; er konstruiert visuelle Apparate, die die urbane Entfremdung, die Kommerzialisierung des Lebens und die Standardisierung von Verhaltensweisen inszenieren.
Seine Malerei ist politisch, ohne illustrativ zu sein: Sie funktioniert durch Zeichen, durch visuelle Schocks, durch Schweigen. Er verwendet Collage, Airbrush, integrierte Fotografie, nicht als formale Effekte, sondern als konzeptionelle Werkzeuge im Dienste einer Kritik der industriellen Moderne. Fernab jeder Nostalgie hinterfragt sein Werk frontal die Position des Individuums in einer Welt, die von utilitaristischen Symbolen und unsichtbaren Mechanismen gesättigt ist. Peter Klasen ist somit eine Schlüsselfigur einer harten, analytischen und engagierten Figuration, die nicht beruhigen, sondern zum Zweifeln anregen will.