Maurice Denis Stich Signiert in der Platte und datiert 1922, Neoklassizismus, Kunst
Maurice Denis (1870-1943) war ein französischer Maler, Theoretiker und Kunstkritiker. Er wurde in Granville, Normandie, geboren und studierte an der Académie Julian sowie an der École des Beaux-Arts in Paris. Schon in jungen Jahren schloss er sich der Gruppe der Nabis zusammen mit Bonnard, Vuillard, Sérusier und Ranson an.
Er war auch ein Denker der Kunst: Sein berühmter Satz von 1890, „Man sollte sich daran erinnern, dass ein Bild, bevor es ein Schlachtross, eine nackte Frau oder eine beliebige Anekdote ist, im Wesentlichen eine flache Oberfläche ist, die mit Farben in einer bestimmten Ordnung bedeckt ist“, wurde zu einer Manifestformel der malerischen Moderne.
Denis verband in seinen Werken eine dekorative und symbolistische Forschung mit einer starken spirituellen Dimension. Als tiefgläubiger Mensch widmete er einen Großteil seiner Produktion der christlichen Ikonographie und schuf Fresken, Glasfenster und Dekorationen für Kirchen. Sein Stil zeichnet sich durch flächige Farben, vereinfachte Konturen, eine klare Komposition und eine große farbliche Harmonie aus.
Nach der Nabis-Periode entwickelte er sich zu einem modernen Neoklassizismus, inspiriert von der italienischen Renaissance und der religiösen Kunst. Seine Rolle als Lehrer und Kritiker war ebenfalls bedeutend: 1919 gründete er zusammen mit Georges Desvallières das Atelier d'Art Sacré, wo er zahlreiche Künstler ausbildete.
Er starb 1943, als er in Paris von einem Lastwagen überfahren wurde. Heute gilt er als Schlüsselfigur zwischen Symbolismus, dekorativer Nabis-Kunst und einem spirituellen Klassizismus des 20. Jahrhunderts.